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Hanf als Rohstoffquelle für die Industrie

In Zeiten steigender Rohstoffpreise entdeckt die Industrie regelmäßig die nachwachsenden Rohstoffe neu. Oft wird konstatiert, dass nachwachsende Rohstoffe wie der Hanf ein neuer Trend seien, dabei wird regelmäßig vergessen, dass die schnell wachsende Pflanze in vergangenen Jahrhunderten bereits eine etablierte Industriepflanze war, die auf abertausenden Hektaren in aller Welt angebaut wurde.


Die Fasern wurden von der Segeltuchindustrie begierig aufgenommen. Mit der Erfindung der Synthetikfaser war damit weitgehend Schluss. Heute sucht die Textilindustrie im Zuge einer Ökologisierung des Bewusstseins nach Alternativen zur Baumwolle. Der Vorteil des Hanfs ist, dass dieser auch im konventionellen Anbau weitgehend ohne Chemie angebaut wird. Dagegen strotz der Baumwollanbau nur so vor Chemie. Neben der Modeindustrie haben auch andere verarbeitenden Branchen Interesse an der Hanffaser. Weitere Einsatzgebiete für die reißfeste Naturfaser sind Dämmstoffe und Faserverbundwerkstoffe, wie sie z.B. in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.

Als Sekundärrohstoff der Fasergewinnung fallend die so genannten Hanfschäben an. Die Schäben sind die abgesprengten holzigen Bestandteile der Stängel der Hanfpflanze. Die Hanfschäben sind in der Lage, relativ große Mengen an Feuchtigkeit aufzunehmen und stauben nicht, so dass diese gern von Pferdehaltern als Alternative zur Stroheinstreu verwendet werden. Aber auch eine stoffliche Nutzung in Form von Schüttdämmungen ist möglich. Hierfür werden die Schäben einfach mit bestimmten Substanzen imprägniert, um diese Feuerfest zu machen.


Neben dem Stängel können auch die Samen der Hanfpflanze, die Hanfnüsse wirtschaftlich genutzt werden. Die Samen dienen einerseits als Nahrungsmittel. Andererseits kann man Hanföl aus den Samen pressen, welches in der kosmetischen Industrie auf rege Nachfrage stößt. Für die Blüten gibt es darüber hinaus ein gewisses Interesse seitens der pharmazeutischen Industrie.

Klaus-Martin Meyer

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