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Gen-Forschung

Wachsende Bevölkerung, medizinische Forschung, fehlende Nahrungsmittel, veränderte Umwelt sind nur einige Indikatoren, die wohl eine der umstrittensten Wissenschaften auf den Plan rief, nämlich die Gen-Forschung.


Für die einen das Ei des Kolumbus, für die anderen der Fluch der Menschheit. Seit im Jahre 1996 englische Gen-Forscher das aus Stammzellen gezüchtete Schaf „Dolly“ erschufen, wurden die Diskussionen immer hitziger und die Standpunkte gegensätzlicher. Werden genmanipulierte Pflanzen (z.B. Tomaten) schon heute akzeptiert, ein bloßer Hinweis auf dem Verpackungsmaterial ist ausreichend, ist die Gen-Forschung bei Menschen Anstoß für rechtliche Auseinandersetzungen. Die Kirche, Umweltschützer und Soziologen laufen Sturm. Ein Mensch aus der Retorte? Undenkbar!

Die Gen-Wissenschaftler argumentieren mit den unbegrenzten Möglichkeiten. Organe, die dringend für Kranke gebraucht werden, könnten in unbegrenzter Anzahl reproduziert werden. Extremitäten könne man nachwachsen lassen, sogar viele Arten der Behinderungen heilen oder vermeiden. Klar ist, dass die Gen-Forschung bei Lebewesen noch in den Kinderschuhen steckt. Selbst die Gen-Wissenschaftler räumen dies ein, aber lassen sich die Weiterentwicklungen stoppen? Heute sterben viele Menschen, da keine geeigneten Spender von Organen vorhanden sind. Lange Wartelisten und krimineller Organhandel sind die Folgen. Wie lange kann sich der Staat den Rufen der Patienten und deren Angehörigen entziehen?


Wie das Beispiel im Bereich der Pflanzen zeigt, ist die Entwicklung leise, aber stetig. Auch hier wurden die Widerstände immer weniger bis die ersten Früchte auf dem Markt erschienen. Der schnelle technische Fortschritt und die immer umfassenderen Informationen bzw. Erkenntnisse im Reich der Gene werden die Antworten auf die vielen Fragen geben. DNA und DNS sind nun mal unter anderem Bausteine des Lebens und diese zu erforschen, ist einfach in der Natur der Menschen verankert. Genauso wie der Wunsch nach gesundem und langem Leben.

Martin Martius

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