Der Euro – Neuauflage der Münzen 2007
Eine gemeinsame Währung für Europa – nach der Verwirklichung der Zollunion war die Währungsunion mit Einführung des Euro ein wesentlicher Schritt hin zur weiteren Integration der Europäischen Union. Zum 1. Januar 2002 hat die Europäische Union eine gemeinsame Währung „Euro“ eingeführt. In derzeit dreizehn Ländern der Staatengemeinschaft sowie in den Nicht-EU-Ländern Monaco, San Marino und Vatikanstaat kann man seither mit den neuen Münzen und Scheinen bezahlen. Geprägt werden die Euromünzen schon seit 1999 – in diesem Jahr wurde die Währung offiziell als Buchgeld eingeführt.
Nicht alle Staaten, die Mitglied der Europäischen Union sind, haben auch den Euro. Eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel Großbritannien. Aber auch Länder, die erst seit Kurzem Mitglied sind, haben ihre Währung noch nicht auf Euro umgestellt. Neuestes Mitglied der Währungsunion ist Slowenien – seit 1. Januar 2007 kann man hier ganz offiziell mit dem Euro bezahlen. Mit diesem Datum wird auch die gemeinsame Vorderseite der Euro-Münze geändert: Hier sollen künftig nicht nur die Mitgliedstaaten Europas abgebildet sein, sondern der gesamte Kontinent, also auch die Nicht-EU-Gebiete. Auch die Zwischenräume zwischen den einzelnen Ländern auf der Europa-Darstellung der zehn, 20 und 50-Cent-Münzen entfällt. Auf Ein- und Zwei-Euro-Münzen werden überhaupt keine Staatsgrenzen mehr sichtbar sein. Mit diesen Änderungen versinnbildlichen die Euromünzen gewissermaßen die fortschreitende Integration der Gemeinschaft, in der Staatsgrenzen zunehmend an Bedeutung verlieren und immer mehr Kompetenzen an Brüssel abgegeben werden. Lediglich die Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen bleiben gleich.
Die Rückseite der Euromünzen, deren Gestaltung weitgehend dem jeweiligen Mitgliedsstaat überlassen ist, wird ebenfalls neuen Kriterien unterworfen: Hier soll unter anderem der Name des Herkunftslandes auftauchen. Größe, Masse und Material bleiben gleich, so dass sich die Änderung der Münzen in der Geldbörse kaum bemerkbar macht. Die alten Münzen behalten nach wie vor ihren Wert und bleiben im Umlauf.
Neben den „gewöhnlichen“ Euromünzen, die als gesetzliches Zahlungsmittel in allen Teilnehmerländern dienen, ist jedes Land der Europäischen Union berechtigt, Sondermünzen herauszugeben. Nach einer Eingewöhnungsphase hat die Europäische Kommission entschieden, Zwei-Euro-Gedenkmünzen zuzulassen. Jedes EU-Land kann demnach einmal pro Jahr eine Sondermünze ausgeben. Bei den Zwei-Euro-Gedenkmünzen wird lediglich die nationale Rückseite durch eine Gedenkseite ersetzt wird. Alle anderen Eigenschaften der Münze bleiben gleich. Diese Sondermünzen gelten in allen Euro-Ländern als gesetzliches Zahlungsmittel. Mit einer Auflage von 49 Millionen Münzen hat Griechenland anlässlich der Olympischen Spiele im Jahr 2004 als erstes Land eine solche Sondermünze herausgegeben. Die nationale Rückseite der Zwei-Euro-Münze wurde dabei durch die Abbildung eines Diskuswerfers ersetzt. Auch Deutschland gibt seit dem Jahr 2006 Sondermünzen heraus – 16 Münzen sind zunächst geplant – je eine zu jedem deutschen Bundesland. Die Reihenfolge der Herausgabe dieser deutschen Sondermünzen richtet sich dem Vorsitz im Bundesrat.
Demnach zeigt die erste dieser Münzen aus dem Jahr 2006 ein Symbol für Schleswig-Holstein, nämlich das Holstentor in Lübeck. Im Bereich der Sondermünzen kann zwischen Sammler- und Gedenkmünzen unterschieden werden. Aufgrund des meist hohen Materialwerts und der geringen Auflage sind Sammlermünzen besonders gefragt. Ein Beispiel wären die deutschen Goldmünzen.
Thorsten Goldmann
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