Neurodermitis (atopische Dermatitis, atopisches Ekzem, endogenes Ekzem)
Unter Neurodermitis versteht man eine stark juckende, oberflächliche Entzündung der Haut. Bei jedem Patienten sind der Krankheitsverlauf und das Erscheinungsbild ein anderes. Die Erkrankung kann schon im Säuglingsalter beginnen. Meist liegt eine vererbte Bereitschaft, auf bestimmte Allergene besonders empfindlich zu reagieren vor. In den meisten Krankheitsfällen wird sich die Neurodermitis während oder nach der Pubertät jedoch verwachsen, oder deutlich bessern.
Über die möglichen Ursachen der Erkrankung ist noch nicht allzu viel bekannt. Die Krankheit tritt häufig im Zusammenhang mit emotional besonders belastenden Situationen auf. Auch bestimmte Nahrungsmittel können einen Krankheitsschub auslösen (Milchprodukte, Eiklar, Zitrusfrüchte). Faktoren wie starke Temperaturwechsel, zu trockene Heizungsluft, Wollbekleidung, allergiesierende Kosmetikprodukte oder Chemikalien können mögliche Ursachen sein. Der Kontakt mit Süßwasser verschlimmert in vielen Fällen das Erscheinungsbild der Haut, wohin gegen der Kontakt mit Meerwasser meist zu einer deutlichen Verbesserung führt.
Typisch für diese Art der Erkrankung ist der heftige, in Phasen auftretende Juckreiz. Das Ekzem erscheint entweder in trockener Form mit Schuppenbildung, kann aber auch nässende Stellen aufweisen. In der Folge wird häufig an den betroffenen Hautpartien gekratzt, was zu einem erhöhten Infektionsrisiko führt. Als Folgeerkrankungen können zum Beispiel eine Staphylokokken-Infektion oder Herpes auftreten. Die Neurodermitis belastet Patienten wie deren Familien gleichermaßen. Nachts ist der Juckreiz meist kaum auszuhalten und das Zusammenleben der Familie kann gestört werden.
Dieser emotionale Stress wird die Beschwerden wieder rum verstärken. Hier entsteht ein Teufelskreislauf, welcher Psyche und Haut gleichermaßen belastet. Die psychischen Auswirkungen von Neurodermitis können Selbstunsicherheit, sozialen Rückzug und sogar zu Depressionen führen. Eine gute Aufklärung der Mitmenschen über die Art der Erkrankung, das Erlernen von Entspannungstechniken und ggf. die Inanspruchnahme von psychotherapeutischer Hilfe kann Abhilfe schaffen.
Der Säureschutzmantel und das emfpindliche Gleichgewicht der Haut werden durch die Krankheit aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Körperstellen, welche am häufigsten betroffen sind, sind Kniekehlen und Armbeugen. Aber auch an jeder anderen Körperregion kann Neurodermitis auftreten. Äußerliche Erkennungsmerkmale der Erkrankung sind ausgedünnte Augenbrauen, vergröberte Hautfalten und eine doppelte Lidfalte.
Die Haut von Betroffenen ist sehr empfindlich. Dies sollte bei der Pflege beachtet werden. Reinigungs- und Kosmetikprodukte stellen häufig noch eine zusätzliche Belastung der Haut dar. Nicht zu heißes Wasser, ohne Zusätze genügt meist zur Reinigung. Um den Schutzmantel der Haut wieder herzustellen sollten pflegende Lotionen, welche frei von Farb- und Parfümstoffen sind, verwendet werden.
Spezielle Therapien mit Licht, oft in Kombination mit äußerlichen Salbenanwendungen können zur Symptombekämpfung genügen. Auch ein längerer Aufenthalt in einem für die Haut geeigneten Klima (z. B. an der Nordsee oder im Hochgebirge auf mindestens 2000 Meter) bringt die Krankheit, zumindest zeitweise; zum Stillstand.
Heike Stopp
Wenn Sie diesen Artikel verlinken möchten, bitte folgenden Code dafür verwenden:
- Die neuen Verse voller Liebe – Gedichte zum Muttertag – (14,479 mal gelesen)
- Goldene Hochzeit – Tipps und Ideen für perfekte Feier – (12,851 mal gelesen)
- Geschenkidee zum 50. Geburtstag – (11,706 mal gelesen)
- Der richtige Spruch für die Hochzeitsfeier – (10,401 mal gelesen)
- Konfirmationsfeier und Geschenke zur Konfirmation – (10,238 mal gelesen)




