ContentMix | Wellness & Gesundheit | Haarkosmetik – Weniger ist oft Mehr!

Haarkosmetik – Weniger ist oft Mehr!

Unter Haarkosmetik allgemein sind sämtliche Produkte zu verstehen, die dem Haar zugefügt werden, um

a) die Haarstruktur zu verändern- mehr Volumen, Glanz, Standfestigkeit usw. zu ermöglichen

b) das Erscheinungsbild des Haares zu beeinflussen bzw. um Haarprobleme zu lindern z.B. Nachfetten oder Austrocknen des Haares.


Welche Produkte der Haarkosmetik existieren?
1. Haarshampoos: sind zur Reinigung des Haares und Behandlung des Haartypes gedacht. Ein Shampoo mit aggressiven, waschaktiven Tensiden oder tägliches Haarewaschen führt jedoch eher zur Verstärkung der vorhandenen Haarprobleme. Der natürliche, notwendige Lipid (Fett)-Film der Kopfhaut wird ausgewaschen und das Eindringen schädlicher Mikroorganismen somit gefördert. Folge: Allergien, Hautreizungen oder verstärktes Nachfetten.

2. Haarkuren: sind als Kurpackung für bereits geschädigtes, strapaziertes Haar erhältlich. Je nach Haartyp (feines oder kräftiges Haar) und Haarproblem wird hier Abhilfe versprochen: in der Regel soll die Haarpflege aus dem Friseurbedarf vor oder nach der Haarwäsche 1-2 mal wöchentlich aufgetragen und einige Minuten einwirken, danach gründlich ausspülen und die Haare trocknen lassen. Oder die Haarkur wird in das bereits gewaschene Haar einmassiert, mit dem Kamm verteilt z.B. Öl-Kuren bei sprödem, ausgetrocknetem Haar.

Da Haarkuren oft silikonhaltig sind, kann dies zu einem Verkleben der Haare führen, das Haar fällt schwerer und wird frisierunwillig, auch verstärktes Nachfetten ist möglich.

3. Haarspülungen: werden zur Vorbereitung des Haares für den Frisier-oder Trockenvorgang verwandt, die Struktur des Haares wird hier chemisch beeinflusst (siehe: Silikone). Sie werden in der Regel bei der üblichen Haarwäsche, als zweiter Waschgang auf das bereits gereinigte Haar aufgetragen und dann ausgespült. Die Produzenten versprechen hier verbesserte Kämmbarkeit und Glätte, sowie mehr Glanz, doch nicht für alle Haarbedürfnisse stellen sie eine Ideallösung dar (s.o.)

4. Haarwasser: soll bei trockener Kopfhaut und Haarausfall zu verbesserter Durchblutung; Leichtigkeit, Glanz und erneutem Haarwuchs verhelfen. Allerdings ist ihre Anwendung durch hohe alkoholische Zusätze eher fragwürdig, da hier Hautreizungen durchaus möglich sind.
Das Problem des Haarausfalls kann dabei sowohl hormonelle, medizinische, genetische, ernährungsbedingte wie psychosomatische Ursachen haben.

5. Haarspray, Haarfestiger, Haarlack-oder gel:
werden dazu benutzt, um bestimmten Frisuren, meist Locken oder auch Hoch-Frisuren sowohl Stand wie Wetterschutz vor Nässe/ Feuchtigkeit zu verleihen. Auch der „Hahnenkamm“ eines Punkers würde ohne solchen haarkosmetischen Zusatz nicht von Dauer sein. Diese Produkte besitzen jedoch stark chemische Zusätze: Konservierungsmittel, wie auch Erdölanteile greifen entsprechend nachhaltig in die Haarstruktur ein und wirken auf die Kopfhaut. Von einer dauerhaften Anwendung ist daher abzuraten, denn neben Allergien können bleibende Haarschädigungen die Folge sein z.B. Haarbruch- oder Spliss, Schuppenbildung.

5. Haartönungen-und Färbungen: sind zur grundlegenden Veränderung der natürlichen Haarfarbe gedacht, ob punktuell als Strähnchen oder für die gesamte Frisur. Einfacher auswaschbar und unkomplizierter in der Anwendung für den Eigenbedarf sind hier Haartönungen. Dauerhafter und schwieriger in der Anwendung sind Haarfärbungen. So empfiehlt sich, eine Haarfärbung mit entsprechender Typberatung eher vom Friseur-Fachpersonal vornehmen zu lassen, statt im Selbstversuch, da ansonsten öfters die Resultate nicht den Erwartungen entsprechen. Die zahlreichen Farb- und Konservierungsstoffe dieser Produkte bedeuten einen radikalen und eher ungünstigen Eingriff in die Haarstruktur-zahlreiche Massenprodukte stehen, laut Ökotest, zudem im Verdacht, krebserzeugend zu sein.


Haarkosmetik – ja oder nein?
Da der jeweilige Haartyp so individuell ist wie der Mensch, kann es die Haarpflege für alle nicht geben. Grundsätzlich gilt: das Naturprodukt Haar verträgt am besten Naturprodukte. Natürliche, biologische Grundstoffe sind bereits in einer Vielzahl von Bio-Haarkosmetikprodukten erhältlich. Diese sind zwar teurer, als die übliche, günstigere Massenware der Haarkosmetik, aber hautverträglicher: weniger aggressiv und schädigend als chemische Produkte. Mit Apfelessig, Mandel- oder Jojobaöl, Aloe Vera Gel, Heilerde und einfachen Nahrungsmitteln wie Milch, Eiern u.a. lässt sich gleichfalls natürliche Haarkosmetik, ohne Nebenwirkungen, rasch und günstig herstellen. Tipps und Anleitungen sind dazu im Internet wie auch in entsprecheden Büchern im Handel zu finden.

Claudia Müller

Wenn Sie diesen Artikel verlinken möchten, bitte folgenden Code dafür verwenden:

 
Die beliebtesten Artikel

Die 50 meistgelesenen Artikel