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Ein vorzeitiger Samenerguss muss nicht sein

Bei Männern im Alter von 25-40 Jahren beträgt die Durchschnittszeit bis zum Höhepunkt nur gerade 2 Minuten und 32 Sekunden – dies hat kürzlich die urologische Universitätsklinik in Köln in einer Studie gezeigt. Das Resultat ist buchstäblich unbefriedigend, denn die kurze Zeit genügt bei weitem nicht, um den Partner beim Sex zu befriedigen. Manchem Paar verdirbt ein vorzeitiger Samenerguss, den Ärzte in der Fachsprache Ejaculatio Praecox nennen, das lusterfüllte Beisammensein im Bett, meist gerade dann, wenn es richtig schön zu werden beginnt. Da erstaunt es nicht, dass viele Männer künstlich ihren Orgasmus hinauszögern möchten.


Ein vorzeitiger Samenerguss lässt sich mit verschiedenen Methoden behandeln. Neuerdings macht eine Therapie auf sich aufmerksam, mit der Männer mit völlig natürlichen Mitteln gegen Ejaculatio Praecox vorgehen können. Dabei bildet die nachhaltige Stärkung der eigenen Beckenbodenmuskulatur das Kernstück, wobei der Mann die wichtigsten Funktionen, etwa die neuronalen Vorgänge im Genitalbereich, verbessert, was eine höhere Durchblutung des Penis erlaubt und damit gleichzeitig allfällig vorhandene Erektionsprobleme mit positiv beeinflusst.

Einer der Anbieter dieser Therapie, die Schweizer Firma Orgawell, zeigt auf einer DVD, wie Männer genau vorgehen müssen, um Ejaculatio Praecox zu behandeln: Ein Beckenboden-Instruktor erklärt, wie die Muskeln zwischen After und Steissbein gekräftigt werden können. Dabei bleiben der Weg in eine Behandlung und das peinliche Gespräch beim Doktor erspart, denn die Therapie ist einfach und bequem zu Hause durchführbar. Betroffene können im eigenen Rhythmus arbeiten, bei genauer Befolgung der Anleitung entwickelt sich die Ausdauer im Bett positiv, und mit etwas Übung ist die Befriedigung beider Partner nach einiger Zeit vorhanden.


Vor allem im Vergleich zu klassischen Mitteln, mit denen ein vorzeitiger Samenerguss bekämpft werden soll, hat die Therapie Vorteile. Zu ersteren gehören etwa Soderkondome oder Antidepressiva. Eine zweifelhafte Methode ist auch, den Orgasmus wegzudenken, indem der Mann im heiklen Moment an einen Eisberg denkt, der seinen Penis – allein durch die eiskalte Vorstellung – zum abkühlen bringen soll. Solche Rezepte haben nur eine beschränkte Wirkung, erzeugen häufig ungewünschte Nebeneffekte und sind Lusttöter. Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ist dagegen eine sichere und dauerhafte Investition in die Funktionsfähigkeit des eigenen Körpers.

Kathrin Grieder

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