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Laufsport: Leistungssteigerung durch Wiederholungsläufe

Der Yogi und Freund des Sports Sri Chinmoy vertonte einmal ein berühmtes Zitat des großen Emil Zatopeks, welches lautete: „Du musst schnell genug sein. Du brauchst Ausdauer. Deshalb läufst du schnell für die Geschwindigkeit und wiederholst dies oft für die Ausdauer.“ Diese Worte sollte sich jeder Läufer, so Sri Chinmoy, in seinem Herzen eingravieren. Aber welche Arten von Wiederholungsläufen gibt es? Und wie lange und schnell sollten sie gelaufen werden? Die richtige Beantwortung dieser Fragen. kann jedem Läufer beachtliche Fortschritte bringen und sein Leistungsvermögen erheblich steigern.


Wiederholungsläufe mit vollständiger Erholung
Als Wiederholungsläufe bezeichnet man alle Trainingseinheiten, die, wie es der Name schon sagt, mehrmals wiederholt werden. Völlig unabhängig von Streckenlänge und persönlichem Lauftempo. Ist auch die Länge der jeweiligen Pausen zwischen den einzelnen Einheiten nicht vorgegeben, spricht man von Wiederholungsläufen mit vollständiger Erholung. Je nach angestrebter Wettkampfstrecke, muss nun die richtige Dosis gefunden und das Training systematisiert werden. Hierbei gilt folgende Faustregel: Je länger die anvisierte Wettkampfstrecke, desto länger die Streckenlänge des Wiederholungslaufes und desto langsamer das Lauftempo. Die Pausen zwischen den einzelnen Wiederholungen sollten dabei eine ziemlich vollständige Regeneration zulassen. In einer Vorbereitung auf einen Marathon ist daher die Streckenlänge deutlich höher, dafür aber das Tempo deutlich langsamer, als im Training für einen 10-Kilometer-Lauf. Konkret kann dies wie folgt aussehen:

– Vorbereitung auf einen Marathon: 4×2 Kilometer in angestrebtem Marathontempo
– Vorbereitung auf einen 10-Kilometer-Lauf: 7 x 400 Meter in 10-15 Sekunden pro Kilometer schneller als in angestrebtem 10-Kilometer-Renntempo

Das Training für einen Marathon gilt daher eher der Ausdauer und dem Stehvermögen, wohingegen das Training auf einen 10-Kilometer-Lauf eher der Grundschnelligkeit gilt.

Wiederholungsläufe ohne vollständige Erholung
Diese Form des Wiederholungslaufes wird in der Regel auch Intervall-Training genannt. Als Intervall bezeichnet man in der Physik etwas, was in regelmäßigen Abständen wiederkehrt. Daher, und dies ist das wichtigste bezüglich dieser Art des Trainings, bezeichnet das Intervall die Länge der Pausen und nicht die Wiederholungsläufe selbst. Daraus resultiert ein anspruchsvolles aber auch sehr genaues Mittel zur Trainingssteuerung, da es in den Pausen normalerweise nicht zur vollständigen Erholung kommt. Denn die Länge des Intervalls ist im Vorhinein festgelegt. Im Regelfall ist er nur maximal halb so lange wie die Belastungseinheit selbst. Der Körper befindet sich daher ständig in einem Zustand der Überforderung. Das macht die Effektivität aber auch das Risiko bezüglich Verletzungen dieser Form des besonders intensiven Trainings aus. Aus diesem Grund erfordert es viel Lauferfahrung und sollte am besten immer unter Anweisung eines erfahrenen Trainers durchgeführt werden.


Der Autor, Kai Keller, folgt seit etwa 15 Jahren dem Integralen Yogaweg des Meditationslehrers Sri Chinmoy. Geboren in der „Rennstadt“ Hockenheim und wohnend in Heidelberg, ist er dort Mitarbeiter im vegetarischen Restaurant „Effulgence-Waves“. Zu seinen Interessensgebieten zählen, außer dem modernen Yoga, der Laufsport und die deutsche Dichtung, vor allem Hölderlin, Goethe und Droste-Hülshoff.

Kai Keller

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