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Porzellan aus Meißen

Im Jahre 1701 lässt der Kurfürst von Sachsen und König von Polen den Apothekergehilfen Johann Friedrich Böttger als vermeintlichen Goldmacher verhaften und lässt ihn nach Dresden bringen.


1707 entwickelt Böttger in einer Zusammenarbeit mit Ehrenfried Walter von Tschirnhaus, der Mathematiker und Physiker ist, dem Pabst von Ohain (Oberbergrat) sowie Freiberger Berg und Hüttenleuten eine Rezeptur für die Herstellung von braunem Feinsteinzeugs, so genanntes Jaspisporzellan.

Die Geburtsstunde des europäischen Hartporzellans wird datiert auf den 15.01.1708 anhand einer Notiz aus dem Böttgerschen Labor, in der vermerkt ist, welche Versätze in dem Steingut sind und die gemachten Brennergebnisse.

Am 28.03.1709 meldet Böttger dem Kurfürsten August dem Starken die Erfindung des weißen Porzellans, dem „weißen Gold“. 1710, am 23.Januar wird die Gründung der Porzellanmanufaktur Meißen als „Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur“ bekannt gegeben und am 6. Juni wird die Meißner Albrechtsburg erste Produktionsstätte unter Böttgers Regie.

Als Verantwortlicher für die Porzellanmalerei wird Johann Gregorius Höroldt im Jahr 1710 verpflichtet. Er entwickelte die zumeist noch heute verwendeten Aufglasurfarben. In den folgenden Jahren gibt er der europäischen Porzellanmalerei den richtungweisenden Stil.

Am 08. November 1722 schlägt der Manufaktur-Inspektor Johann Melchior Steinbrück vor, für die Kennzeichnung des Porzellans die gekreuzten Schwerter zu verwenden. Das ist die Geburtsstunde der ältesten, bekanntesten und kontinuierlich verwendeten Marken der Welt.
1737 wird mit der Entwicklung des „Schwanenservices“, das aus über 2.000 Teilen besteht, begonnen. Unter der Leitung des im Jahre 1731 berufenen Modelleurs Johann Joachim Kaendler, wird diese Serie bis 1742 fertig gestellt. Das Service geht an den Graf Heinrich von Brühl, der sächsischer Premierminister und Oberdirektor der Manufaktur ist.


Seit 1739 wird das Unterglasdekor „Zwiebelmuster“ ins Sortiment aufgenommen, welches mal- und brenntechnisch auch heute noch ohne Veränderung hergestellt wird!

Torsten Maue

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