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Voraussetzung und Gestaltung eines überzeugenden Landestourismuskonzepts

Das von der Landesregierung Schleswig-Holstein in Auftrag gegebene und von der Firma Berger erstellte Tourismuskonzept war aktuell Gegenstand von öffentlicher Kritik der Tourismusleiter und Kurdirektoren. Dabei wurden die Kritikpunkte nicht im Detail dargestellt. Es wurde schon kurz darüber berichtet. Es fällt auf, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern es versteht, den Tourismus auch landesübergreifend in allen wohl bekannten Bereichen – insbesondere in den Medien – stets positiv und einladend – ganz besonders kundengerecht darzustellen.


Diese Linie wird insbesondere bei der Mediendarstellung konsequent eingehalten. Kritikpunkte werden dort grundsätzlich intern und nichtöffentlich abgearbeitet.

Man kann sich fragen, ob und welche Alternativen es zu dem Schleswig-Holsteinischen Landestourismuskonzept gibt. Die Frage kann jedoch nur von den Beteiligten beantwortet werden, da das Konzept nicht veröffentlicht wurde. Von der Firma Berger wurde das Konzept im Regierungsauftrag erstellt und von den Regionalverbänden abgeglichen.

Ob und inwieweit Einfluss von den lokalen Regionen genommen wurde, ist hier nicht bekannt. Erkennbar ist aber, dass die regionale Umsetzung Probleme bereitet. Einiges spricht dafür, dass die Qualifikation der am Konzept in der Realisierung beteiligten Führungsebenen unterschiedlich ist. Dieses kann auch Probleme in der Konzeptrealisierung verursachen. Die Träger und Konzeptanwender sollten möglichst gleiche Wissens- und Bildungsvoraussetzungen erfüllen, um auf Augenhöhe miteinander arbeiten zu können. Für den Bereich der Administration (Regierungsbereich) sind Führungskräfte des höheren Dienstes mit Hochschulausbildung als Ansprechpartner vorhanden. Im Kommunalbereich und bei den Kurverwaltungen sieht man diese Qualifikation nicht oft in gleichen Maßstab.

Zur Zusammenarbeit in diesen Ebenen ist es auch gut, anerkannte und im Fach- und Hochschulbereich vermittelte Führungsgrundsätze einzuhalten und zu beachten, weil dann auch Kommunikationsfehler vermieden werden. Eine präzise Umsetzung von wissenschaftlichen Konzepten wird auch oft in schriftliche Zielvorstellungen von Konzepten eingebunden, um die Realisierung fach- und zeitgerecht zu sichern. Sie binden die verantwortlichen Entscheidungsträger der Ebenen verbindlich, erhöhen auch den Druck, abgesprochene Ziele zu erreichen und auf nicht vorhergesehene Notwendigkeiten aktuell einzugehen.


Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat bei Konzepten und Reformen im eigenen Bereich gute Erfahrungen gewonnen und zum Beispiel bei der Landespolizei schwierige und notwendige Umstrukturierungen realisiert. Hierbei dürfte sie auch die beschriebenen Kriterien beachtet haben. Es ist zu hoffen, dass bei der Umsetzung des Landestourismuskonzepts zukünftig in gleicher Weise vorgegangen wird.

Ulrich Knauff

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