Kunstdenkmäler im ehemaligen Bezirksamt Burglengenfeld
Im Jahre 1906 gab das Königlich Bayerische Staatsministerium des Inneren den Band 5 der „Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg“ heraus. Es ist heute die umfangreichste Beschreibung der Kunstdenkmäler im ehemaligen Bezirksamt Burglengenfeld, auch wenn man das Denkmalverständnis dieser Zeit berücksichtigt werden muss.
Das ehemalige Bezirksamt ist von der Ausdehnung mit dem ehemaligen Landkreis Burglengenfeld, der 1972 im Landkreis Schwandorf aufging, fast identisch. 1905 umfasste das Bezriksamt Burglengenfeld eine Fläche von 459,16 Quatratkilometern. In den Zuständigkeitsbereich fielen 27.800 Menschen, die in 52 Gemeinden und 287 Ortschaften lebten. Die größten Siedlungen waren die Städte Schwandorf und Burglengenfeld sowie die Märkte Kallmünz und Schmidmühlen.
Die Kunstdenkmäler schwärmen von der Landschaft, die fast zur Hälfte aus Wald besteht. „In Burglengenfeld und Kallmünz wird der Reis der natürlichen lage noch erhöht durch die hoch über den beiden Orten thronenden Burgruinen. Fesselnde Fernsicht gewährt außer anderen Punkten vor allem der am östlichen Aussenrand des Jura sich erhebende Münchhofer Berg (534 m über dem Meer): man überblickt das Schwandorfer Becken, die Gegend bis Regensburg und bis zum Hohen Bogen im Bayerischen Wald.“
Weniger Lob hingegen für die krichlichen Kunstdenkäler. Die Aussage „Nicht ein bedeutender Bau begegnet uns“ ist doch ein klein wenig hart. Trotz dieser Aussage findet der Autor etwas nennenswertes, beispielsweise das schlichte romanische Kirchlein in Emhof: „Der Turm ist hier in der Nordostecke des Langhauses eingebaut, ein sehr seltenes Motiv, das z.B. an dem romanischen Kirchlein San Tommaso bei Riva in Südtirol begegnet.“
Weiraus mehr Bedeutung wird der profanen Baukunst auf dem gebiet des ehemalige Bezirksamtes eingeräumt., voran den Burgruinen Kallmünz und Burglengenfeld, die vor allem aus geschichtlichen Blickwinkel höchst interessant sind.
Bemerkenswert ist, daß die deutsche Renaissance so viele Baudenkmäler in der Region hinterlassen hat. Zu nennen ist hier vor allem Schloß Fronberg, das Hammerschloß Ettmannsdorf (beide Stadt Schwandorf) sowie das Schloß Kirchenödenhart, Das Hammerhaus Rohrbach und das Obere Schloß in Schmidmühlen. Besonders hervorgehoben werden sollte Schloß Dietldorf, das sich vollständig in Form einer italienischen Villa der Spätrenaissance präsentiert.
Das Gebiet des ehemaligen Bezirksamtes wird heute zum größeren Teil unter dem Dach des Oberpfälzer Waldes, zum kleineren Teil (Kallmünz und Schmidmühlen) unter Bayerischen Jura vermarktet. Es werden moderne Unterkünfte in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen aller Preisklassen angeboten.
Matthias Süß
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