Jan Vermeer van Delft und das Mädchen mit den Perlenohrringen
Obwohl Jan Vermeer van Delft (auch: Joannis ver Meer, Joannis van der Meer) einer der bekanntesten holländischen Maler des Barock ist, ist über das Leben von Jan Vermeer van Delft wenig bekannt. Er wurde am 31. Oktober 1632 in der Nieuwe Kerk in Delft getauft und am 15. Dezember 1675 in Delft beerdigt, war verheiratet und hatte 11 Kinder.
Jan Vermeer van Delft wurde nach fünf Jahren Lehrzeit als Freimeister in die St.-Lukas-Gilde aufgenommen und wurde später Schüler von Gerard Carel Fabritius, der seinerseits wieder Schüler von Rembrandt war. Durch seine hohen Ansprüche und seine sorgfältige Ausführung hat Vermeers nie mehr als 3 bis 4 Bilder jährlich malen können. Daher sind bis Heute auch nur knapp 40 Werke bekannt, deren Urheberschaft zweifelsfrei Vermeer zugeordnet werden kann. Obwohl Jan Vermeer – im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern – schon zu Lebzeiten künstlerische Anerkennung fand und gute Preise für seine Bilder erzielen konnte, war es für den Meister nicht leicht, den Unterhalt für seine große Familie zu bestreiten.
Das bekannteste Bild von Jan Vermeer ist das um 1665 entstandene Porträt mit dem Titel „Das Mädchen mit dem Perlenohrringen“. Die Popularität dieses Werkes beruht insbesondere auf 2 sehr erfolgreichen Vermeer-Ausstellungen 1995 und 1996 in Den Haag sowie den im Jahr 2001 veröffentlichten, gleichnamigen Roman von Tracy Chevalier der im Jahre 2003 vom britischen Filmregisseur Peter Webber verfilmt wurde. Das Buch von Tracy Chevalier befasst sich mit der Frage, wer die Frau auf dem Bild ist. Im Buch wird dann eine fiktive Liebesgeschichte um die Magd Griet entwickelt, die dann schließlich Modell für dieses Bild sitzt. Tatsächlich ist bis Heute ist nicht bekannt, wer die portraitierte Frau ist. Auffallend ist, das die junge Frau ohne die sonst üblichen Attribute dargestellt ist, was dieses Werk deutlich von den anderen Bildern von Jan Vermeer unterscheidet.
Der dunkle Hintergrund verstärkt die Helligkeit des Mädchens, eine Allegorie auf die Reinheit und Anmut der Frau. Auch die Kleidung der Frau, die in fast unvermischter, reiner Farbe gemalt wurde, verstärkt diesen Effekt. Der Turban aus dem gelben Tuch war im 15. Jahrhundert ein weit verbreitetes Accessoire und dokumentiert Neugier und Aufgeschlossenheit an fremden Kulturen. Ein weiteres Accessoire ist der Perlenohrring, der dem Bild den Namen gegeben hat und dem somit eine zentrale Bedeutung zukommt, sich andererseits aber jeglicher allegorischen Deutung entzieht.
Boris Schmidtke
Wenn Sie diesen Artikel verlinken möchten, bitte folgenden Code dafür verwenden:
- Die neuen Verse voller Liebe – Gedichte zum Muttertag – (14,814 mal gelesen)
- Goldene Hochzeit – Tipps und Ideen für perfekte Feier – (13,143 mal gelesen)
- Geschenkidee zum 50. Geburtstag – (11,931 mal gelesen)
- Der richtige Spruch für die Hochzeitsfeier – (10,649 mal gelesen)
- Konfirmationsfeier und Geschenke zur Konfirmation – (10,453 mal gelesen)




