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Ilja Repin, der „russischen Rembrandt“

Was Leo Tolstoi in der russischen Literatur ist, ist Ilja Repin in der Malerei. Großfürsten liebten den Maler für sein Gemälde „Die Wolgatreidler“. Dichter und Revolutionäre sahen in den Werken von Ilja Repin einen Vorläufer des sozialistischen Realismus. Unter Stalin, wäre ihm fast der Titel „Volkskünstler der Sowjetunion“ verliehen worden – aber nur fast. Seine Werke zeichnen sich in Kompositionen, Lichtführung und Farbgebung durch eine weit gespannte Reflexion der europäischen Malerei aus, die ihm den Titel als „russischer Rembrandt“ einbrachte.


Ilja Repin wurde am 5. August 1844 in Cuguev im Gouvernement Charkiw, Ukraine geboren. Nach dem Besuch der Militärschule lässt er sich zum Ikonenmaler ausbilden. Von 1863 bis 1872 studiert Ilja Repin in St. Petersburg an der Akademie der Künste. Nach Abschluss an der St. Petersburger Akademie erhält Repin ein Auslandsstipendium, das ihn nach Wien, Italien und schließlich in Paris führt. In Paris setzt sich Repin künstlerisch mit dem Impressionismus auseinander und trifft Édouard Manet. Allerdings bleibt ihm die künstlerische Anerkennung versagt, so dass Repin vor Ablauf seines Stipendiums wieder nach Russland zurückkehrt.

Zurück in Russland entsteht nach 1879 die erste Versionen von „Die Saporoscher Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief“ sowie Porträts bedeutender Zeitgenossen, darunter Leo Tolstoj, mit dem er sich gemeinsam gegen die Todesstrafe in Russland engagiert und Maxim Gorki. Nach dem Umzug von Moskau nach St. Petersburg trennt im Jahre 1882 trennt sich Repin von seiner Frau Vera.

In den kommenden Jahren unternimmt er mehrere Reisen nach Europa, nach Sibirien, auf die Krim und in den Orient. Von Zar Alexander III. wird Ilja Repin beauftragt die Akademie der Künste in St. Petersburg zu reformieren, wo er studierte und ab 1892 auch als Professor lehrt. Als Maler des Volkes prangert Repin auch soziale Missstände an.


Als es nach der russischen Niederlage im russisch-japanischen Krieg zu einer blutigen Niederschlagung einer friedlichen Demonstrationszugs kommt, inspiriert Repin dieses zu den Gemälden „Blutiger Sonntag“ und „Rote Beerdigung“. 1926 schenkte er diese Bilder dem Museum der Revolution. Da lebte er, 82-jährig, in seinem Landhaus in Finnland. Am 29. September 1929 stirbt Ilja Repin auf seinem Landsitz.

Boris Schmidtke

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