Die Südsee-Bilder von Paul Gauguin
Der französische Maler Paul Gauguin wurde am 7. Juni 1848 in Paris geboren. Paul Gauguin ging in die Kunstgeschichte durch seinen berühmten Streit mit Vincent van Gogh sowie durch seine Bilder aus der Südsee ein. Im Alter von 17 Jahren schlug Paul Gauguin die Seemannslaufbahn ein und trat kurze Zeit später als Offiziersanwärter in die Handelsmarine ein.
Hier erlebte er seine ersten großen Abenteuer in Südamerika und Indien. Der Tod seiner Mutter im Jahr 1867 veranlasste Gauguin seine Seemannslaufbahn aufzugeben und nach Frankreich heimzukehren. Auf Vermittlung von Gustave Arosa nahm Gauguin 1872 eine Stelle als höherer Bankangestellter an. Er galt als pünktlich und gewissenhaft, machte schnell Karriere, heiratete 1873 die hübsche Dänin Mette-Sophie Gad, und lebte jahrelang ein sorgloses Leben. Angeregt von Gustave Arosa, begann Paul Gauguin selber Bilder von zeitgenössischen Künstlern zu sammeln (darunter Werke von von Eugène Delacroix, Gustave Courbet und Camille Corot) und selber zu malen. Nach seiner ersten Ausstellung gibt Gauguin sein Beruf als Bankangestellter auf, trennt sich von seiner Frau und folgt Vincent van Gogh auf dringendes Bitten nach Arles, um eine Künstlergemeinschaft zu gründen. Nach einem bitteren Streit verlässt er van Gogh, als dieser unter Mordverdacht verhaftet wird. Gauguin versteigert seine Bilder und finanziert damit seine erste Reise in die Südsee.
Die glückliche Zeit, in der Gauguin viele seiner bekanntesten Werke malte, dauerte nicht lange. Gauguin ging das Geld aus, er wurde krank und kehrte nach Paris zurück. Eine Erbschaft ermöglicht ihm die zweite und letzte Reise in die Südsee. 1896 fährt Gauguin wieder in die Südsee, erst nach Tahiti, dann nach Dominica. Neue, kraftvolle, farbenfrohe Bilder entstanden. Paul Gauguin stirbt am 8. Mai 1903 auf der Insel Dominica.
Während Gauguins Bilder in Frankreich noch stark vom Impressionismus geprägt sind, veränderte sich sein Malstil in der Südsee zunehmend. Die Konturen wurden kräftiger, die Farben bunter, das Gegenständliche wurde abstrahiert. Heute gelten die Südsee-Bilder von Gauguin als Wegbereiter des Expressionismus, einer Stilrichtung, die sich erst viele Jahre später im Rahmen der Künstlergemeinschaft „der blaue Reiter“ unter Teilnahme von Wassily Kandinsky und Franz Marc manifestierte.
Boris Schmidtke
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