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Der Ursprung der Welt von Gustave Courbet

Der französischer Maler und Grafiker Gustave Courbet wurde am 10. 6. 1819 in Ornans geboren. Er starb am 31. 12. 1877 in La-Tour-de-Peilz in der Schweiz. Gustave Courbet gilt als Begründer des Realismus in der neueren französischen Malerei und malte Figurenbilder, Stillleben und Landschaften in differenzierten Braun-, Grau- und Grüntönen. Während seine Frühwerke zum Teil noch in einem gewissen Romantizismus verhaftet sind („Das Atelier“ 1855), beschritt er mit den Bildern „Das Begräbnis von Ornans“ 1849 und „Die Steinklopfer“ 1849 neue thematische Wege.


Das wohl bekannteste und gleichwohl umstrittenste Gemälde von Gustave Courbet ist „Der Ursprung der Welt(L`Origine du monde) aus dem Jahr 1866. Das Bild entstand aus der Hochzeit seiner Verbindung mit den intellektuellen Kräften Frankreichs. Im Zentrum des Bildes steht die naturalistische Darstellung einer unverhüllten, weiblichen Vulva. Der expressive und zusammenfassende Duktus mit dem dunklen Bildhintergrund steht im Kontrast zu der hellen Haut im Vordergrund. Gerüchten zufolge malte Courbet das Gemälde als Auftragsarbeit für die erotische Bildersammlung eines türkischen Diplomaten. Das skandalträchtige Bild wurde 120 Jahre lang nicht gezeigt und hängt heute unter permanenter Bewachung im Musée d‘Orsay in Paris.


Seit der Wiederentdeckung und erstmaligen Ausstellung im Jahre 1978 rief das Gemälde „Der Ursprung der Welt“ heftige Reaktionen hervor. Wie viele Bilder von Gustave Courbet, war auch der Schockeffekt von „Der Ursprung der Welt“ vom Künstler wohl kalkuliert. Courbet sah sein ganzes Wirken als Protest gegen überkommene künstlerische Konvention und Dogmatismus. Er suchte diese mit seinen Bildern zu sprengen. Gerade als reine Pornographie hätte das Bild diese Wirkung kaum erzielt.

Boris Schmidtke

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