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„Der Kuss“ von Gustav Klimt

Der österreichische Maler Gustav Klimt wurde als der Sohn eines Goldschmieds 1862 in Wien geboren. Er besuchte die Wiener Schule der dekorativen Künste. Nach erfolgreichem Abschluss im Jahr 1882 eröffnete Klimt sein eigenes Atelier mit seinem Bruder Ernst und seinem ehemaligen Studienkollegen Franz Matsch.


Als Gustav Klimt im Jahre 1897 die Künstlergruppe „Wiener Sezession“ als Gegenbewegung zum akademischen Kunstbetrieb etablierte, hatte er bereits seinen eigenen, charakteristischen Stil entwickelt, der das Erkennungsmerkmal für den Wiener Sezessionismus sowie für den Jugendstil werden sollte. Gustav Klimts Gemälde „Der Kuss“ ist wohl das bedeutendste Bild, welches in diesem Stil gemalt wurde. Das Bild entstand in den Jahren 1907–1908, also 2-3 Jahre nachdem Klimt die Wiener Sezession nach Streitigkeiten mit Josef Hofmann verlassen hatte. Wie viele von Klimts Bildern, war das Bild wegen der Zurschaustellung von Nacktheit und Erotik ein Skandal.

Das bild zeigt ein Liebespaar, deren Körper größtenteils von einer goldenen, ornamentierten Fläche bedeckt werden. Das Paar kniet auf einer Blumenwiese, die leicht nach rechts ansteigt, dann aber zum rechten Bildrand abrupt nach unten abfällt. Das Werk zieht seine Spannung aus der Dynamik zwischen den Figuren und dem dekorativen Ornament. Wie in den meisten von Gustav Klimts Bildern, ist auch in dem Bild „Der Kuss“ die Frauenfigur mit einer dekadent-morbiden Erotik charakterisiert.


Das Gemälde wurde erstmals 1908 auf der Kunstschau für die „Moderne Galerie“ erworben und manifestiert gleichzeitig Höhepunkt und Endpunkt einer Entwicklung im Werk von Gustav Klimt. Das Werk beeinflusste Künstler wie Egon Schiele, Oskar Kokoschka und später Friedrich Hundertwasser sowie die Wiener Schule des Phantastischen Realismus.

Boris Schmidtke

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