Der Einfluss von Mystik auf Kulturen rund um die Welt
Jede Kultur und Tradition überall auf der Welt hat einen mystischen Aspekt entwickelt und wurde tief von den Erfahrungen von großeren Mystikern beeinflusst, die nach direkter Erfahrung der Realität gesucht haben. Das gewöhnliche Bild von Mystikern beschreibt jemanden, der sich vom Rest der Menschheit zurückzieht, um zu meditieren und zu betrachten und als Folge davon tiefere Erfahrungen der Wahrheit macht. Dies ist wohl wahr bei vielen Mystikern, jedoch gibt es andere, die mit der Gesellschaft in Kontakt stehen, nachdem sie einen sehr hohen Meditationszustand erreicht haben, um Leuten zu zeigen, dass derartige Zustände von Verschmelzung sehr wohl erreichbar sind, wenn jemand das spirituelle Leben für sich wählt.
Mystik ist gemeinhein mit östlicher Tradition verbunden, z.B. Hinduismus und Buddhismus. Dies ist hauptsächlich, weil beide Religionen immer großen Wert auf Leute mit derartiger direkter Wahrnehmung der Wahrheit gelegt haben. Dadurch kann den spirituellen Praktiken von Generation zu Generation neues Leben eingehaucht werden und sie werden zeitgemäß gehalten, anstatt an alten Dogmen festzuhalten. Tausende von Jahre zurück war es die Wahrnehmung von vedischen Sehern, die dem Hinduismus, wie wir ihn heute kennen, erstes Leben verleihte. Dieser erste Lebensfunke wurde wachgehalten durch die Jahrhunderte hindurch durch so große Meister wie Sri Rama, Sri Krishna, Sri Chaitanya und Sri Ramakrishna. Sogar bis heute haben große Mystiker wie Ramana Maharshi, Sri Anandamayi Ma und Sri Aurobindo Leute inspiriert mit ihren Erfahrungen und ihrem Beispiel. Einige dieser Mystiker sind auch in die westliche Welt gekommen, um ihren inneren Reichtum zu teilen, z.B. Paramhansa Yogananda und Sri Chinmoy.
Die mystische Erfahrung Buddhas hat nicht nur viel zur Erneuerung der indischen Spiritualität beigetragen, sondern hat dann auch eine wesentliche Rolle in der Mystik von Tibet, Süd-Ost-Asien und Japan gespielt. In jeder der verschiedenen Schulen des Buddhismus in diesen Ländern gab es große Meister, die durch ihre eigenen Errungenschaften und ihr Beispiel vielen Inspiration gegeben haben. In letzter Zeit haben sich einige dieser Meister auch für westliche Suchende geöffnet.
Der mystische Zweig des Islams ist als Sufismus bekannt. Sufis versuchen eine dualistische Weltsicht vollkommen abzulegen, damit sie Gott direkt erfahren können. Sie lehren auch das Kontakt mit Gott sehr schnell durch die Liebe des Herzens erreicht werden kann.
In westlichen Ländern liegt wahrscheinlich der Mystizismus außerhalb der gängigen religiösen Lehre. Sankta Theresa von Avila und Sankt John des Kreuzes sind 2 Beispiele von Mystikern, die aus der christlichen Tradition hervorgehen. Der mystische Aspekt des Judentums ist bekannt als Kabbala, die eine esoterische Studie der Torah beinhaltet, um die Natur Gottes zu verstehen. Über die Jahrhunderte hat Mystik die westliche Philosophie sehr beeinflusst, wie dies anhand der Arbeiten von Sokrates, Plato, Spinoza und Hegel betrachtet werden kann.
Matthias Eckerle
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