Hilfreiche Tipps und Informationen bei Lese-Rechtschreibschwäche und ADHS
Timo ist ein sehr lebhafter Junge, der die 3. Klasse einer Grundschule besucht. Er geht nicht gerne in die Schule. Schule ist „doof“, findet er. Seine Mutter kennt diesen Ausspruch schon lange. Bereits wenige Wochen nach der Einschulung war sich Timo sicher, dass Schule nichts für ihn ist. Er kann einfach nicht so sein, wie all die anderen Kinder in seiner Klasse. Die sitzen fast alle brav im Unterricht an ihrem Platz und hören dem Lehrer zu.
Bei Timo ist das ganz anders. Er kann keine Minute still sitzen. Im Unterricht springt er um den Tisch herum und fällt durch schlechte Schulleistungen, besonders in Deutsch, auf. Bei den mittlerweile ungeübten Diktaten hat er jedes Mal mehr als 15 Fehler, obwohl er zu Hause stundenlang mit seiner Mutter lernt.
Erst kürzlich war seine Mutter mit Timo bei einem Kinderpsychologen. Nach einigen Tests war klar: Timo leidet zusätzlich zu seiner Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, auch noch unter einer Lese-Rechtschreibschwäche, LRS.
Seine Leistungen lassen aber auch in den anderen Fächern immer mehr nach und seine Lehrerin muss ihn ständig ermahnen, leise zu sein und an seinem Platz sitzen zu bleiben. Durch seine unruhige Art lenkt er mittlerweile auch seine Mitschüler ab, die über seine Clownerie schon längst nicht mehr lachen können. Timo nervt einfach nur noch – seine Lehrerin, genauso wie seine Mitschüler und seine Familie. Dabei möchte Timo so gerne sein, wie all die anderen Kinder. Er ist nicht absichtlich Störenfried und Unruhestifter.
Aber er kann einfach nicht anders. So wie viele andere Kinder, leidet Timo unter:
- seiner Unruhe
- seinem „Anderssein“
- seinen schlechten Noten
- seinem ständigen Ärger mit Lehrern, Mitschülern und Eltern/
- seiner Ausgrenzung
Er braucht dringend Hilfe. Seine Eltern haben sich mittlerweile einer Elterninitiative für ADS, ADHS-Kinder angeschlossen. Dort bekommen sie praktische Tipps, die sich in der Schule und im Alltag umsetzen lassen.
Tipps für die Schule
Folgende Hilfen, die sich sofort umsetzen lassen, haben sich in der Schule bei unruhigen, unkonzentrierten und impulsiven Kindern bewährt:
1. Sitzplatz
* möglichst vorne und mit einem ruhigeren Kind als Nachbarn
* feste, keine rotierende Sitzordnung mit Blick zur Tafel
* Gruppentische sind weniger günstig
2. Aufmerksamkeit des Lehrers
Der Lehrer sollte mehrmals pro Unterrichtsstunde mit Timo in Kontakt treten durch:
* Blickkontakt
* kurze Berührung an der Schulter, besonders bei Gruppenarbeiten
3. Unterrichtsstruktur
Klare Strukturen und Regeln erleichtern einem Kind mit einer ADHS und Lernschwächen, wie die Lese-Rechtschreibschwäche, LRS den Unterricht. Also: Klare Anweisungen geben; mit Namen ansprechen.
Beispiele: „Timo, hör zu“
„Timo, lies genau“
„Timo, gut gemacht“
4. Verteilung von Aufgaben an ein Kind mit einer ADHS
Kleine Hilfsdienste wie Tafelputzen, Blumengießen oder Verteilung von Arbeitsblättern lenken das starke Bewegungsbedürfnis eines ADHS-Kindes in sinnvolle Bahnen, schaffen Anerkennung und stärken das Verantwortungsgefühl.
5. Viel Lob und Ermutigungen
Ein ADHS-Kind braucht viel Lob und Ermutigungen. Wichtig dabei ist, nicht nur Erfolge zu belohnen, sondern bereits die Bemühungen anzuerkennen.
Wie kann Timo mit seiner Lese-Rechtschreibschwäche, LRS geholfen werden?
Timo hat große Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Er liegt in Deutsch weit unter dem Klassendurchschnitt zurück und hat bei den ungeübten Diktaten meistens 15 Fehler und mehr.
Was meinen Sie? Soll Timo einfach mehr Diktate und Lernwörter üben?
NEIN!
Denn diese Übungen befassen sich mit dem ganzen Wort und sind bei Timo absolut erfolglos.
– Eine gefährliche Mischung! –
Timo kann geholfen werden.
Wichtig ist, dass die Gehirnareale, die beim ihm vermutlich unreif sind, also sein Lese-Rechtschreibzentrum, täglich trainiert werden. Das fängt bei den Basisbausteinen an. Beim Lesen und Schreiben sind das die BUCHSTABEN.
Diese Basiselemente müssen tief in sein Gedächtnis eingeprägt werden. Erst dann kann Timo selbstständig lesen und schreiben – ohne Fehler. Die Verknüpfung dieser Basiselemente erfolgt am Besten über die Sinne Sehen, Hören und Tasten. Timo sollte sich regelmäßig, am besten täglich, 30 Minuten spielerisch mit Buchstaben beschäftigen.
25 kostenlose Buchstaben- und Rechenspiele zur Überwindung einer Lese-Rechtschreibschwäche, LRS und Rechenschwäche, Dyskalkulie finden Sie beim Kreativen Lernen. Und natürlich noch viele hilfreiche Informationen zu Lernschwächen und Konzentrationsstörungen. Timos Mutter hat auch zu Hause einiges geändert. Sie hat, zusammen mit Timo, wenige, aber wichtige Regeln eingeführt.
Eine Regel heißt: Nach dem Mittagessen werden die Hausaufgaben gemacht, danach darf Timo spielen. Und: Timo ist zukünftig allein für die Versorgung von seinem Meerschweinchen verantwortlich. Dadurch lernt er Verantwortung zu übernehmen und bekommt wieder mehr Selbstbewusstsein. Außerdem nimmt Tim jetzt einmal in der Woche an einem Verhaltenstraining teil. Dort lernt er, wie er mit seiner Impulsivität und Unkonzentriertheit besser zurecht kommt.
Erfahren Sie mehr über ADS, ADHS und Lernschwächen, wie die Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie, LRS und die Rechenschwäche, Dyskalkulie. Joe Kennedy, Leiter des Tuttlinger Instituts „Kreatives Lernen“ ist Lehrer und Erzieher und setzt sich seit mehr als 30 Jahren für Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen und ADS, ADHS ein.
Elke Hönig
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