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Deutsche Filzballartistinnen unbekannt

„Das ist so, als wenn in China ein Sack Reis umfällt.“ So oder zumindest so ähnlich ist jene Sportmeldung Ende Juli behandelt worden, die sich nicht unweit vom Reich der Mitte abspielte.


Da qualifizierte sich die deutsche Fedcup-Mannschaft der Damen mit einem 3:2 über Gastgeber Japan für die Weltgruppe 1, in der die besten Nationen der weiblichen Tenniswelt versammelt ist, und in der Heimat ist dies gerade einmal eine Meldung in der Seitenspalte der Gazetten wert. Der Umgang mit diesem Ereignis in der deutschen Öffentlichkeit macht deutlich, wie es um die Bedeutung des Damentennis in Deutschland bestellt ist. Bei der Frage nach einer deutschen Tennisspielerin werden wohl mehr Leute noch den Namen von Steffi Graf hinaushauchen, die seit gut einem Jahrzehnt nur noch in der Werbung für Pastasaucen präsent ist, als eine aktive deutsche Filzballartisten zu kennen. Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek sind jene Spielerinnen, die gerade maßgeblich am Wiederaufstieg beteiligt waren.

Weltspitze sind ihre Leistungen auf der WTA-Tour jedoch nicht. Sie taugen nicht dazu, einer dahindümpelnden Sportart neues Leben einzuhauchen. Mit dem Rücktritt von Steffi Graf ist eine gesamte Sportart in den Niederungen der Bedeutungslosigkeit verschwunden.


Der Handel merkt dies immer noch. Zwar ist nach Branchenangaben die Talsohle durchschritten, zu großem Optimismus besteht jedoch kein Anlass. Die Umsätze, die im Tennisversand gerade mit Tennisartikeln für das weibliche Geschlecht erreicht werden, lassen weiterhin viele Wünsche offen. Eine neue Tennisgräfin ist derweil nicht in Sicht und eine Aufwertung der Sportart ebenfalls zeitlich völlig offen. Daran ändert auch der kurzweilige Erfolg in Fernost nichts.

Maik Langenberg

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