ContentMix | Finanzen & Wirtschaft | Versteckter Wucher in Verbraucher-Kredite

Versteckter Wucher in Verbraucher-Kredite

Focus-Online empfiehlt Kunden, die sich von einer Bank bezüglich beraten lassen, spätestens dann sehr wachsam zu sein, wenn Versicherungen angesprochen werden. Vor allem werden in diesem Zusammenhang äußerst gern Restschuldversicherungen angeboten, die vom Grundsatz her sehr der Risikolebensversicherung gleicht. „Weil die Versicherungssumme an die meist kurzen Laufzeiten beim Konsumentenkredit von etwa drei, vier Jahren angepasst wird, ist sie teuer erkauft“, warnt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Er empfiehlt daher, lieber separat eine Risiko-Lebensversicherung abzuschließen.


Weiterhin wird gern eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit angeboten. Allerdings erhält der Versicherungsnehmer nur maximal zwölf Monate Geld, vorausgesetzt, eine der vielen Ausnahmen greift nicht. Hat er beispielsweise selbst gekündigt oder verliert er innerhalb der ersten sechs Monate seine Arbeitsstelle, gibt es überhaupt kein Geld. Gern abgeschlossen werden auch Versicherungen gegen Arbeitsunfähigkeit, die auch im Ernstfall nicht wirklich für den Kunden hilfreich sind. So zahlen manche Versicherer erst ab dem 43. Tag der Krankheit und dies auch nur, wenn die Krankheitsursache nicht schon vor Vertragsabschluss bestand.

Die Verbraucherverbände raten daher eindringlich von einem Abschluss einer Zusatzversicherung ab. Sie beurteilen diese als sittenwidrig überteuert mit geringsten Versicherungsleistungen. Hinzu kommt, dass die Versicherungsprämien als Einmalbetrag dem Kredit hinzugerechnet wird, so dass dann auch dafür Zinsen zu bezahlen sind.

Zusammenfassend wird daher informiert, dass niemand, der eine Kredit Finanzierung aufnehmen möchte, eine Versicherung dazu kaufen muss. Im Zweifel sollte man von der Verbraucherschutzzentrale die angebotene Police prüfen lassen.

Jenen Kunden, die bereits ein solches Kombi-Paket unterzeichnet haben, können dies innerhalb von zwei Wochen gemäß BGB widerrufen.


Um unseriöse Praktiken im Ratenkredit Geschäft aufzudecken, haben Verbraucherschützer eine Umfrage gestartet, um mit Fallsammlungen Druck auf Banken und Politik ausüben zu können. All jene, die mit dieser Thematik schlechte Erfahrungen gemacht haben, können dies bei der jeweiligen Verbraucherzentrale vor Ort melden oder einen der im Internet eingestellten Fragebögen ausfüllen – www.verbraucherzentrale-bremen.de/download/geld/fragebogen.pdf

Holger Freier

Wenn Sie diesen Artikel verlinken möchten, bitte folgenden Code dafür verwenden:

 
Die beliebtesten Artikel

Die 50 meistgelesenen Artikel