Japanischer Tee
Neben China gehört auch Japan zu den Hauptproduzenten von grünem Tee. Die Hauptanbaugebiete in Japan liegen auf den Inseln Honshu, Shikoku, Kyushu und Okinawa. Die meisten Teeplantagen, von denen einige bereits im 9. Jahrhundert entstanden, befinden sich noch in Familienbesitz.
Wenn im Mai die ersten neuen Tees des Jahres erhältlich sind, machen die Teegeschäfte mit aufwendigen Werbungen darauf aufmerksam, denn das Erscheinen dieser frischen Tees wird mit größter Spannung erwartet und erregt mehr Aufmerksamkeit als das Erscheinen der neuen Weine in Frankreich.
Anders als die schwarzen Tees werden grüne Tees nach der Verarbeitungsmethode und nicht nach dem Anbaugebiet unterschieden. Geerntet wird dreimal von April bis September, wobei in den ersten beiden Monaten die Tees mit der besten Qualität geerntet werden.
Der beliebteste und gleichzeitig auch bekannteste japanische Tee ist der Sencha. 75% des in Japan produzierten und getrunkenen Tees ist Sencha. Er hat einen markanten, frischen Geschmack und sehr lange, gleichförmige und smaragdfarbene Blätter. Der Tee wird vor allem am Fuß des Fudschijama hergestellt.
Sencha bedeutet übersetzt gedämpfter Tee. Ursprünglich wurde er durch Röstung der Blätter hergestellt. Heute wird er meistens mit heißem Dampf behandelt und dann mit heißer Luft vorgetrocknet, bevor er in Eisenpfannen geröstet wird, um ihm die letzte Feuchtigkeit zu entziehen. Danach werden die Blätter gerollt und getrocknet, bis sie ein längliches, nadelförmiges Aussehen haben.
Sencha ist in vielen Qualitäten und Preisklassen erhältlich. Der günstigste ist der Bancha, für den auch Teile des Stengels mit verwendet werden. Für die Herstellung der wertvollsten Tees werden die Pflanzen schon einige Zeit vor der Ernte mit großen Sonnensegeln beschattet. So entwickeln sie mehr Chlorophyll, aber weniger Gerbstoffe. Sie sind somit süßlicher als andere Tees.
Wie kein anderes Volk haben die Japaner den Teeanbau mit wissenschaftlichen Methoden kultiviert. Diese reichen vom Sonnenschutz der Pflanzen über künstliche Bewässerungsanlagen bis hin zu speziellen Robotern für die Ernte.
Stefan Ansgar Böttcher
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