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VDSL — 100 Mbit/s bald für alle?

Der Ausbau der neuen Generation der DSL-Anschlüsse schreitet voran. Telekom und Co. investieren Milliarden-Beträge in ihre VDSL-Netze. Zur Freude der Kunden, die über die superschnellen Datenleitungen neue interessante Dienste nutzen können.


VDSL ist die Abkürzung für Very High Speed Digital Subscriber Line und bezeichnet die Nachfolge-Technik der heute weit verbreiteten ADSL-Anschlüsse. Ziel des Ausbaus der in Deutschland eingesetzten VDSL2-Netze ist die Verbreitung von superschnellen Breitbandanschlüssen mit bis zu 100 Mbit/s. Bereits seit Ende 2005 baut die Telekom ein VDSL2-Netz auf. Der Ausbau der Infrastruktur des größten Internet-Anbieters Deutschlands läuft seitdem auf Hochtouren. Bis Ende 2007 sollen 26 Großstädte mit über 8 Mio.

Einwohnern an das Netz anschließbar sein und mindestens 25 Mbit/s nutzen können. Aber nicht nur die Telekom, sondern auch ihre Mitbewerber wollen den Breitbandmarkt der neuen Generation erschließen.

Für den Kunden bedeutet VDSL vor allem eine Erhöhung der verfügbaren Bandbreite. Heute verfügbare ADSL-Anschlüsse sind üblicherweise auf 16 Mbit/s Downstream begrenzt sind. VDSL2 lässt mindestens 25 Mbit/s zu, unter guten Bedingungen sogar 50 Mbit/s. Sehr nah an einer Vermittlungsstelle sind 100 Mbit/s und in einer späteren Ausbaustufe sogar theoretisch 200 Mbit/s möglich.

Zugpferd IPTV
Zugegeben, die Vorteile beim einfachen Web-Surfen sind im Vergleich zu den heute üblichen 4000er-Anschlüssen sehr gering. Der entscheidende Vorteil liegt hinter dem Begriff Triple-Play verborgen. Denn Internetzugang wird zukünftig nur noch einer von vielen Bestandteilen der Angebote sein. Telefonate über die DSL-Leitung haben sich ja bereits etabliert (VoIP). Doch besonders relevant ist eine schnelle DSL-Leitung für den Empfang von Fernsehprogrammen. IPTV als Alternative zum klassischen TV via Sat, Terrestrik oder Kabel benötigt im Minimalfall ca. 3 Mbit/s. Soll parallel zum wiedergegebenen Programm ein anderes aufgezeichnet werden oder in einem anderen Zimmer gesehen werden, erhöht sich die benötigte Datenrate.

Noch mehr Geschwindigkeit ist für den Empfang von HDTV-Programmen nötig, so dass alleine der Fernsehdienst schnell 20 Mbit/s benötigt. Werden zudem große Datenmengen, wie z.B. Video on Demand, aus dem Internet heruntergeladen, wird VDSL für den Nutzer interessant. [Mehr zum Thema IPTV lesen hier…]

Ein Blick hinter die (Netz-)Kulisse
Der Aufbau der VDSL-Netze stellt Provider wie die Telekom, vor große Herausforderungen. Der Installationsaufwand ist deutlich höher als bei ADSL. Der Grund ist die Verlegung von Glasfaserkabeln in unmittelbarer Nähe der anzuschließenden Häuser. Teilweise sind umfangreiche Straßenarbeiten notwendig. Glasfaserleitungen können deutlich mehr Daten transportieren als die üblichen Kupferleitungen. Auf diese kann jedoch bisher in den seltensten Fällen verzichtet werden, weil die Glasfern bei VDSL oft nicht in die Häuser reichen, sondern nur zu den sog. Kabelverzweigern am Straßenrand.


Von hier aus wird die „letzte Meile“ via Kupfer überbrückt. Diese sog. Telekom-Anschlussleitung bleibt weiterhin in der Hand der Telekom. In einigen Fällen können die Anbieter jedoch auch auf die sog. TAL verzichten. Der DSL-Anbieter NetCologne z.B. bietet in Teilen Kölns bereits heute superschnelles Internet mit bis zu 100 Mbits/s an, das ausschließlich auf (direkt ins Haus führende) Glasfaserleitungen aufsetzt.

Maik Wildemann

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