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Ladenbau

Die Werte einer Gesellschaft lassen sich leicht an ihrem Verhalten, in Bezug auf ihre Finanzen, absehen. Je wichtiger dem Einzelnen etwas ist, desto größer wird der Anteil seines Einkommens sein, den er dafür aufwendet.


In südlichen Ländern wird das meiste Geld beispielsweise für das gesellschaftliche Leben ausgegeben. Gemeinsame Abendessen stehen hoch im Kurs und so geben auch junge Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, dieses für Restaurantbesuche mit ihren Freunden aus.

Essen hat im Süden Europas einen viel höheren Stellenwert als bei uns. Lernt man einen Spanier oder Italiener kennen, wird eine seiner ersten Fragen die nach dem Lieblingsgericht sein. Während die Südländer einiges an Geld für hochwertige Nahrungsmittel ausgeben, kann bei uns das Essen nicht billig genug sein. Bei einem Einkauf in einem österreichischen Supermarkt findet man die Produkte in rauen Mengen, meist nicht einmal in Regale geräumt, in großen Schachteln oder auf Paletten.

Es scheint als wäre den Österreichern völlig egal, was sie in sich hineinstopfen und das zeigt sich auch an der Architektur in unseren zahlreichen Billigmärkten. Die Konsumenten achten großteils weder auf die Qualität, noch auf die ordentliche Präsentation der Produkte.

In unseren Billigläden wird, um Geld zu sparen, kein Cent zuviel für den Ladenbau ausgegeben. Obwohl es Firmen gibt, die sich auf Ladenbau spezialisiert haben und die die Geschäfte so ausstatten würden, dass sie zumindest übersichtlich sind und nicht nur aussehen, als hätte der Warentransporter einen Unfall gehabt, werden ihre Dienste selten für Billigmarktketten in Anspruch genommen.

Während im Süden die Produkte meist in kleineren Geschäften angeboten werden und vor allem aus der Region stammende Produkte ihren Absatz finden, streben bei uns die Kaufleute nach immer größeren Verkaufsflächen, massenhaften Produkten und immer kleiner werdenden Preisen.


Auch an der Zahl der Übergewichtigen, die es in unserem Land gibt, zeigt sich deutlich, dass die Nahrungsmittel, die wir in unseren Regalen stehen haben, keinen hohen Nährwert haben. Hier sollte Österreich sich ein Beispiel an den südlichen Nachbarn nehmen. Mehr Geld für höherwertige Produkte würde niemandem schaden und größere Investitionen in den Ladenbau und in die Einrichtung der Geschäfte würden auch mehr Vergnügen beim Einkaufen bringen.

Klaus Hochreiter

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