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Immobilienmarkt Frankfurt am Main

Die Immobilienpreise in Frankfurt steigen – und das, obwohl die Stadt wohl das bundesweit beste Beispiel ist, wenn man die Pendlerpauschale erklären möchte: Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet „pendeln“ täglich rund 300.000 Arbeitnehmer in die Metropole am Main.


So erklärt sich das verblüffende Verhältnis von 600.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zu nur 650.000 Einwohnern. Denn tatsächlich ist die Stadt – für eine europäische Großstadt – relativ spärlich besiedelt, lediglich 1,86 Personen teilen sich einen Haushalt in „Mainhattan“. Das ist nicht viel. Nun heißt das freilich nicht, dass die Frankfurter allmählich zu einer Singlegesellschaft werden, und sie sind auch keine Wahnsinnigen, die zuhause 0,86 Menschen in der Tiefkühltruhe haben.

Vielmehr müssen in dieser Statistik die vielen Wochenendheimfahrer berücksichtigt werden, die sich in der Stadt eine Kleinwohnung halten. Außerdem gibt es viele „Berufsnomaden“ wie Piloten, Wirtschaftsberater, Politiker und freie Journalisten. Rund ein Viertel der Einwohner sind Ausländer, davon wiederum ein relativ großer Anteil aus dem europäischen Ausland, in erster Linie Türken, aber auch Amerikaner (USA) und Japaner. Zwar rechnet das Statistische Bundesamt mit einem Rückgang der Bevölkerungszahl.

Dennoch steigen die Immobilienpreise, im Jahresmittel um etwa 1,8%. Demnach wäre Frankfurt mit dem Rhein-Main-Gebiet einer der teuersten Märkte der Republik. Am Gefragtesten sind gute Lagen in den Wohngebieten Holzhausenviertel und Westend. Die Mieten stagnieren momentan bei etwa 10 Euro pro Quadratmeter und liegen damit gut 2,50 Euro über dem bundesdeutschen Mittelwert. Außerdem legen Marktstudien derzeit nahe, dass die Preisschere für Immobilien in Frankfurt am Main drastisch auseinander geht: Demnach gäbe es immer mehr teure, und immer mehr billige Wohnungen.


Die Mittelschicht wird in Deutschland entweder reich, oder sie kommt zur Super Nanny. Wer aber das entsprechende Kleingeld zur Verfügung hat, für den kann Wohnen am Main durchaus interessant sein. So punktet die Stadt etwa bei der Infrastruktur, auch das Bildungswesen ist vernünftig, und nicht zuletzt der Arbeitsmarkt ist einer der dynamischsten Deutschlands. Frankfurt ist als internationale Bankenstadt eben wirtschaftlich fein raus, wenn’s mit der deutschen Konjunktur mal wieder bergab geht.

Christophe Nicolas

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