EU-Neuwagen
Innerhalb der Europäischen Union können Neufahrzeuge oft günstiger erworben werden als in Deutschland. Jedoch trifft man in anderen Ländern auch auf unterschiedliche Regelungen und Bestimmungen.
Die weltweite Automobilindustrie erkannte die wirtschaftliche Bedeutung von Importwagen relativ früh. So begann man die Preise der Automobile an das Einkommensniveau der einzelnen Länder anzupassen. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise ein Großteil der Fahrzeuge in Großbritannien am teuersten war, während sie in den südeuropäischen Ländern relativ preisgünstig angeboten wurden. So wurden, um die hohen Transportkosten und Zölle zu sparen, übergreifende Produktionsstätten der verschiedenen Automobilbauer in den verschiedenen europäischen Ländern errichtet, um den dort heimischen Automobilbedarf abzudecken.
In unserer freien Marktwirtschaft erkannten gewiefte Autohändler dieses Preisgefälle. Zur Gewinnoptimierung begann man mit dem Reimport der exportierten Wagen. Ein reger Handel entstand, den die Automobilkonzerne mit aller Macht verhindern wollten. Das erkannte die EU und hat den Automobilkonzernen einen Riegel vorgeschoben. Manche Konzerne wurden sogar mit hohen Geldstrafen belegt.
Heute kann sich jeder Bürger der EU in der EU überall sein Auto kaufen und die jeweils aktuellen Preisvorteile gezielt für sich nutzen. Die EU stellt sogar eine Liste mit den aktuellen Preisen zur Verfügung, damit der Konsument einen Überblick über die Preisunterschiede je Land hat.
Dies hat natürlich die Automobilhersteller dazu bewegt, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, damit möglichst die Preisunterschiede in Hochpreisländern aufrecht erhalten werden können. Zum einen hat man den Vertrieb nur noch über autorisierte Vertragshändler zum Endkunden organisiert. Durch geltende EU – Rechte konnten die Händler jedoch weiterhin an ausländische Endkunden, sowie an markengleiche in- und ausländische Händler weiterverkaufen, nicht jedoch an markenfremde Händler. Weiterhin hat man, um den Handel mit Importwagen zu unterbinden, seitens des Herstellers die Stückanzahl pro Land limitiert. Die Anzahl der Neufahrzeuge wird so festgesetzt, dass ein einheimischer Autohändler gerade noch den Bedarf seiner inländischen Stammkundschaft bedienen kann.
Durch den Wandel der Zeit und die weitergehende Öffnung der EU wird vielleicht in geraumer Zeit, sowohl der Automobilhersteller, als auch der Automobilhändler erschreckend feststellen und zusehen müssen, wie die Gewinnoptierung in die Taschen des rein privaten An- und Verkauf fließt.
Axel Müller
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